Ob beim Verkauf, der Vermietung oder der Sanierung: Ein gültiger Energieausweis ist in den meisten Fällen gesetzlich vorgeschrieben und bietet wertvolle Informationen zur Energieeffizienz eines Gebäudes.

Energieausweis für Nichtwohngebäude: Was Sie wissen müssen
Beim Verkauf, der Vermietung, der Verpachtung oder dem Leasing eines Nichtwohngebäudes – oder eines Gebäudeteils wie einer Büro- oder Gewerbeeinheit – brauchen Sie in der Regel einen gültigen Energieausweis. Sie legen ihn Interessenten spätestens bei der Besichtigung vor und übergeben ihn nach Vertragsschluss. Ein Energieausweis gilt zehn Jahre. Bei Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr, etwa Behörden oder öffentlichen Einrichtungen, kommt eine Aushangpflicht hinzu.
Grundsätzlich können Sie zwischen zwei Arten wählen:
- Verbrauchsausweis: Dieser beruht auf dem tatsächlichen Heizenergie- und Stromverbrauch der letzten drei zusammenhängenden Jahre. Das Ergebnis hängt stark von der Nutzung ab, etwa von Betriebszeiten, Belegung und Anlagenbetrieb.
- Bedarfsausweis: Dieser berechnet den theoretischen Energiebedarf des Gebäudes nach DIN V 18599. Er bewertet die Gebäudehülle und die Anlagentechnik – unabhängig vom Nutzerverhalten.
Wann der Bedarfsausweis erforderlich ist
Für Nichtwohngebäude gelten nicht die Kriterien für Wohngebäude, also weder die Grenze von weniger als fünf Wohnungen noch das Baujahr oder der Wärmeschutzstandard von 1977. Bei Nichtwohngebäuden gilt:
- Neubau: Der Energieausweis wird auf Basis des berechneten Energiebedarfs erstellt, weil noch keine Verbrauchsdaten vorliegen.
- Größere Änderung oder Erweiterung: Wird das Gebäude umfassend saniert oder erweitert, ist der Bedarfsausweis maßgeblich.
- Bestandsgebäude: Hier haben Sie in der Regel die Wahl zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis. Voraussetzung für den Verbrauchsausweis sind plausible, vollständige Verbrauchsdaten.
Bei gemischt genutzten Gebäuden werden Wohn- und Nichtwohnteil getrennt betrachtet, sofern sie nicht überwiegend einheitlich genutzt werden. Wir prüfen für Sie, welche Regel auf Ihr Objekt zutrifft.
Wichtig: Die Ergebnisse auf der Energieskala können sich bei Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis für dasselbe Gebäude unterscheiden!
Vor- und Nachteile auf einen Blick
- Verbrauchsausweis: Oft günstiger und schneller, da weniger Daten nötig sind. Die Aussagekraft hängt jedoch von der Nutzung ab.
- Bedarfsausweis: Zeigt die echte Energiequalität des Gebäudes (unabhängig von der Nutzung) und gibt oft bessere Hinweise für Modernisierungen.

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